So sparst du dein Geld und hast deine Finanzen im Griff

Die Grund-Maxime für ein geregeltes finanzielles Leben ist einfach: Du solltest deine Einnahmen maximieren und deine Ausgaben minimieren. Denn zu finanziellem Wohlstand kommt man nicht über das was man ausgibt, sondern über das, was man nicht ausgibt. Viele finanziell erfolgreiche und bekannte Personen wie Waren Buffett oder der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad sind nicht umsonst für ihren sparsamen Lebensstil bekannt.

Aber ich weiß auch, dass dies leichter gesagt als getan ist und viele Menschen Probleme damit haben, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen. Deshalb möchte ich dir hier möglichst viele praktische Tipps mit auf den Weg geben, die dir helfen, sparsamer und glücklicher zu leben. Solltest du finanzielle Probleme haben, werden diese nicht von heute auf morgen der Vergangenheit angehören. Aber ich werde dir Denkanstöße und Anregungen geben, die dir helfen, deine Finanzen zu ordnen.

1. Zahl möglichst viel bar

Heutzutage ist man es gewohnt, viele Dinge mit EC oder Kreditkarte zu bezahlen. Aus meiner Sicht verliert man dadurch aber schnell die Übersicht über seine Ausgaben. Daher ist mein erster Tipp, dir anzugewöhnen, möglichst viele deiner (täglichen) Ausgaben bar zu bezahlen.

In diesem Zuge solltest du auch immer ähnliche Summen Bargeld am Geldautomaten abheben. So bekommst du ein deutlich besseres Gefühl für deine Ausgaben und wie lange das Geld bei dir ausreicht. Im weiteren Verlauf kannst du dann sogar versuchen, möglichst lange mit einmal abgehobenem Bargeld auszukommen.

2. Monatliche Kostenübersicht erstellen

Um deine Finanzen planvoll in den Griff zu bekommen, benötigst du eine Übersicht darüber, was du ausgibst. Erstelle dir also eine Kostenübersicht oder einen Haushaltsplan, egal ob in Excel, per App oder klassisch mit Papier und Stift. Wichtig  ist es, hier kontinuierlich dran zu bleiben und am Anfang des Monats zu wissen, was du im letzten Monat ausgegeben hast. Diese Aufgabe macht nicht unbedingt jedem Spaß, ist aber essentiell, um deine Finanzen unabhängig planen zu können.

3. Erkennen, für welche Bereiche am meisten Geld drauf geht

Sobald du monatlich eine Übersicht über deine Kosten und Einnahmen erstellst, wird dir zunehmend klarer, für welche Bereiche du besonders viel Geld ausgibst und wo gegebenenfalls Einsparpotenziale bestehen. Manche Kostenblöcke sind einem manchmal gar nicht so bewusst, weil es im Einzelnen vielleicht auch nur kleine Kostenbeträge sind. Aufsummiert und auf einen Monat gesehen können hier aber erkleckliche Beträge zusammenkommen. Diese gilt es zu identifizieren und im Idealfall auch zu reduzieren.

4. Ausgaben immer hinterfragen

Gerade bei größeren Ausgaben solltest du hinterfragen, ob diese wirklich nötig sind. Klar sollte eine neue Waschmaschine her, wenn die alte den Geist aufgegeben hat. Aber muss es wirklich das High End Gerät mit sämtlichem technischen Schnick Schnack sein oder reicht vielleicht auch ein einfacheres Gerät? Gerade das Vorgängermodell aus dem Vorjahr gibt es oftmals günstiger zu haben als die brandneue Version. Auch beim Smartphone ist nicht unbedingt jedes Jahr ein neues Modell notwendig.

Ruhig bei größeren Anschaffungen auch erstmal eine oder mehrere Nächte drüber schlafen. Wenn die Anschaffung dann noch immer Sinn macht, bei einer günstigen Gelegenheit zu schlagen!

5. Konto und Ausgaben im Blick behalten

Auch ein regelmäßiger Check deines Kontos kann dir helfen, deine Finanzen besser im Blick zu haben. So kannst du auch abseits deines monatlichen Kassensturzes ein Gefühl dafür bekommen, welche finanziellen Spielräume du noch hast.

6. Fixkosten minimieren

Wenn du deine Ausgaben besser im Blick hast und eine monatliche Kostenübersicht erstellst, wirst du erkennen, dass es Ausgaben gibt, die im regelmäßigen Abstand auftreten: Die sogenannten Fixkosten. Dazu gehört beispielsweise die Miete für deine Wohnung oder dein Haus, Kosten für dein Auto, Versicherungen und so weiter.

Mach dir ruhig einmal eine separate Übersicht über diese Kosten und hinterfrage, ob du die einzelnen Ausgaben in dieser Höhe wirklich benötigst: Hast du beispielsweise einen Vertrag beim Fitnessstudio, gehst aber eh viel lieber im Park joggen und warst in den letzten zwei Jahren eh nur fünf Mal zum Protein-Shake trinken dort? Dann solltest du eine Kündigung ernsthaft in Erwägung ziehen. Oder du besitzt ein Zeitschriften-Abo, aber das Magazin endet eh meist ungelesen im Altpapier? Auch Versicherungsverträge solltest du kritisch prüfen.

Wirklich alle fixen Ausgaben sollten kritisch auf den Prüfstand gestellt und unnötige Verträge gekündigt werden. Auf Jahressicht können hier Einsparungen von mehreren Hundert oder gar Tausenden Euro erreicht werden!

7. Mach deine Steuererklärung!

Von vielen wird die jährliche Steuererklärung als lästig empfunden und gerade deswegen oftmals wahrscheinlich auch nicht gemacht. Schließlich ist sie für den normalen Arbeitnehmer auch keine Pflicht. Wenn du keine Steuererklärung machst, verschenkst du aber wahrscheinlich mehr oder weniger viel Geld! Denn alleine, wenn du ein paar Kilometer Arbeitsweg hast, kannst du dir über die Entfernungspauschale Geld zurückholen. Dabei ist es egal, ob du per Auto, Bus, Bahn oder Fahrrad pendelst! Wenn du bisher noch keine Steuererklärung gemacht hast, ist meine Empfehlung: Tu es und schau, was dabei für dich herumkommt. Unterstützen können dich dabei Software-Programme wie WISO Steuer, die es bereits für einige Euro zu kaufen gibt.

8. Dispo bei der Bank streichen

Streich den Dispo bei der Bank! Dieser macht nämlich vor allen Dingen eins: Deine Taschen leer! Natürlich ist es komfortabel, am Ende des Monats dank Dispo nochmal zu frischem Geld zu kommen, obwohl das Konto eigentlich schon leer ist. Aber soweit solltest du es schon gar nicht erst kommen lassen! Denn dann hast du deine Finanzen nicht im Griff. Und der Dispo leert deine Taschen mit horrenden Zinsen noch zusätzlich. Also lässt du diesen am besten bei deiner Bank löschen, bei Direktbanken kannst du dies sogar meist selber in deinem Kundenkonto machen.

9. Verkaufe dein Auto!

Nach der eigenen Immobilie ist das eigene Auto in der Regel die teuerste Konsuminvestition, die ein Privat-Verbraucher in seinem Leben tätigt. Und das meist gleich mehrfach! Denn regelmäßig muss ein neues her! Und das geht ins Geld. Hinzu kommen laufende Kosten für Versicherung, Steuer, Werkstattbesuche und Sprit.

Klar, oftmals wird das Auto aus beruflichen Gründen oder einfach nur für den Weg zur Arbeit benötigt. Ich kenne aber auch viele Leute, die ihr Auto einfach nur aus Bequemlichkeit nutzen und besitzen und hierfür unnötig Geld ausgeben. Deshalb überleg dir gut, ob du diesen Kostenfaktor wirklich brauchst. Selbst wenn du nicht auf das eigene Auto verzichten kannst, solltest du dir keinen Neuwagen zulegen: Dieser verliert bereits mit dem Umdrehen des Zündschlüssels beim Händler an Wert und hat insbesondere in den ersten drei Jahren einen massiven Wertverlust. Wenn es also nicht ohne Auto geht: Kauf dir klug einen Gebrauchtwagen!

10. Nutze mehrere Konten

Ein Trick, den ich auch selber anwende: Hab nicht alle deine Konten und dein Depot bei der selben Bank. So kannst du die unterschiedlichen Konten für verschiedene Zwecke nutzen und kommst im Zweifel nicht so schnell in Versuchung, eigentlich fürs Sparen vorgesehenes Geld doch für Konsum zu nutzen. Am einfachsten ist es sicherlich, dein Girokonto bei der einen Bank und das Tagesgeldkonto und das Depot bei einer oder zwei anderen Banken zu haben. So sind deine Geldtöpfe fürs Sparen und für Konsum klar voneinander getrennt und du checkst auch nicht unnötig oft den Status deiner Spar-Anstrengungen.

11. Richte feste Spar-Prozesse ein

Um dein Geld beisammen zu halten und gewinnbringend anzulegen solltest du dir angewöhnen, systematisch zu sparen. Am besten gelingt das, wenn du dir im monatlichen Rhythmus Geld zurücklegst. Das kann z.B. durch einen Dauerauftrag geschehen, mit dem du automatisch das Geld von deinem Gehaltskonto auf dein Tagesgeldkonto transferierst. Bestenfalls geschieht dies, sobald das Gehalt auf deinem Konto eingetroffen ist. So kommst du im Idealfall gar nicht mehr auf die Idee, dieses Geld für Konsum und nicht zum Sparen zu nutzen.

Wenn du schwankende Geldeingänge hast, beispielsweise weil du selbstständig bist und nicht jeden Monat den gleichen Betrag zum Sparen zur Verfügung hast, kannst du natürlich auch mit manuell ausgeführten Überweisungen anstatt einem Dauerauftrag arbeiten. Wichtig ist nur, dass du verinnerlichst, Geld zu sparen.

12. Nutze Sparmöglichkeiten bei größeren Ausgaben

Gerade bei größeren Konsumausgaben, also Möbeln, Unterhaltungselektronik, einem Auto oder bei der Urlaubsbuchung, lohnt es sich, nicht das erstbeste Angebot anzunehmen, sondern Preise zu vergleichen und Sparmöglichkeiten auszuloten So lässt sich Geld sparen, das du wiederum zur langfristigen Vermögensanlage nutzen kannst.

13. Mach keine Schulden!

Dieser Punkt sollte eigentlich selbstverständlich sein, ich möchte ihn aber trotzdem aufnehmen. Nimm keine Schulden auf, in welcher Form auch immer, wenn du deine Finanzen in den Griff bekommen möchtest. Wenn du Schulden hast, dann bau diese zuerst ab, bevor du mit sparen und passiven Investments beginnst. Das wird die beste und renditestärkste Entscheidung sein, die du jemals in deinem Leben getroffen hast! Und komm vor allem niemals auf die Idee, Investments “auf Pump” zu realisieren. So etwas wird ja auch gerne als Hebel verkauft, aber Hebel heißt auch jedes Mal unverhältnismäßiges Risiko!

Hier ein Beitrag von Gerd Kommer & Team zu den Vorteilen von Schuldenabbau.

14. Bei Konsum sparst du nie!

Egal mit welchen tollen Rabatten und Aktionen geworben und wie “einmalig” die Chance ist: Bei Konsum sparst du nie und hast immer Ausgaben. Das solltest du dir vergegenwärtigen, um dich von Angeboten nicht blenden zu lassen. Dadurch wird es dir leichter fallen, durchdachter und bewusster zu konsumieren und möglichst nur Anschaffungen zu tätigen, die du auch wirklich benötigst.

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